SmartWatches & Gesundheitswesen

Oft werde ich gefragt, wozu ich denn ein Fitnessband brauche, und, ob dies nicht nur eine unnötige Spielerei sei. Neben den bereits erwähnten Funktionen zum Thema Produktivität ist für mich das wichtigste Thema Fitness und Gesundheit. Ich habe viel über mich und meinen Körper gelernt. Wie beeinflusst Essen und Trinken mein Schlaf? Wie viel Schlaf brauche ich und wann ist die beste Zeit aufzuwachen? Wie entwickelt sich mein Ruhepuls mit und ohne (Ausdauer-) Training. Und wie verhält sich mein Puls und Stresslevel im Rennwagen bei einem Langstrecken Rennen? Last but not Least: Die Aktivitätsfunktion ist gerade für Büroleute ideal: 45 Minuten vertieft in Arbeit ohne Bewegung und das Band erinnert einem daran wieder mal aufzustehen und sich zu bewegen.

Vom Hype zum Mehrwert

Gemäss Gartner haben wir mit Wearables den Peak des Hypes überschritten. Was erwartet uns in den nächsten Jahren?

In meinem Geschäftsalltag mit Firmenkunden landet man schnell bei den Anwendungsbereichen im Gesundheitswesen, anbei ein paar Beispiele:

  1. Big Data: Daten sammeln und analysieren für medizinisch, wissenschaftliche Zwecke birgt grosses Potential. Demographische Daten, Fitness Daten, Blutdruck, Puls, Hautwiderstand und weitere Messwerte gepaart mit der Krankheitsgeschichte bilden die Basis. Machine Learning Funktionen geben Einsicht in die Daten und mögliche Zusammenhänge. Ein Beispiel nennt Neil Jordan in seinem Blog: Das Gesundheitsamt in Norwegen kombiniert Wetter Daten mit klinischen Daten, um bisher nicht sichtbare Muster zu erkennen. So kann erkannt werden, ob kaltes Wetter einen Einfluss auf Menschen mit Diabetes hat.
  2. Überwachung der Patienten nach der Behandlung beim Arzt oder im Spital, Frühwarnsystem bzw. Notfall Hilferuf. Smartphone oder Tablet Applikationen gepaart mit einem SmartBand und weiteren Wearables (e.g. Blutdruck Messgerät) machen die Patientenüberwachung zu Hause möglich. Durch Integration mit Skype kann das Pflegepersonal direkt mit dem Patienten sprechen.
  3. Krankenkasse: Vergünstigung durch Training ähnlich dem AXA Drive Recorder für Motorfahrzeug Versicherungen. Die Versicherung belohnt regelmässige Fitness Tätigkeit und gesunde Lebensweise mit günstigeren Prämien. Gesunde Lebensweise kann auch die Nahrung beinhalten: Alkoholkonsum und Fettreiche Nahrung bestimmen unter anderem den Puls mit. Das individuelle Analyseprofil gibt über die Lebensweise Auskunft.

Der Weg dorthin ist einfacher als er zuerst erscheint: Aufgesetzt auf den bestehenden Smartphone Betriebssystemen und dem Rapid Prototyping Ansatz hat man bereits nach kurzer Zeit ein lauffähiges Testprogramm. Bestehende Ökosysteme von Microsoft, Apple, Google und Fitbit machen es möglich.

Big Data & Vertrauen

Bleibt ein Hindernis: Was bin ich bereit zu teilen und mit wem? Was passiert mit meinen Daten? Wer hat Zugriff auf meine persönlichen Daten? Die Basis ist Vertrauen. Der Anbieter muss allgemeine Geschäftsbedingungen führen, die meine Privatsphäre schützen. Weiter muss sichergestellt werden, dass der Anbieter alles unternimmt, damit Dritte nicht unbefugt auf meine Daten zugreifen können. Zurücl zu den drei Beispielen Big Data, Patientenüberwachung und Krankenkasse: Nur im ersten Fall ist eine anonymisierte Übermittlung der Daten mit demografischem Zusatz denkbar. Bei den weiteren zwei Fällen muss die Person identifiziert werden können. Dazu sind speziell in der Schweiz die lokalen Gesetze zu beachten.

Fazit

Gemäss Gartner bewegt sich der Markt von SmartBand in Richtung SmartWatches. Für viele Zwecke eignen sich die günstigen, existierenden Wearables bereits, für klinische Tests müssen und werden sich die Sensoren verbessern.

Am Ende bleibt die individuelle Entscheidung: Was bin ich bereit zu teilen und mit wem, stimmt der Mehrwert für mich? Wie sieht es bei euch aus? Erfahrungen?

 

Titelbild: (c) 2016 Ronny Tobler, Microsoft Band 2 mit Limette

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