Unified Communications – Was hat sich in 7 Jahren verändert?

Vor genau sieben Jahren habe ich eine Diplomarbeit über den Mehrwert von Unified Communications publiziert. Es war spannend die alte Arbeit durchzublättern. Nur sieben Jahre ist es her, ein Wimpernschlag eigentlich, in der IT Welt jedoch eine Ewigkeit. Was hat sich seither verändert?

Unified Communications (UC) war 2009 noch am Anfang. Erstanwender haben begonnen die Lösungen zu evaluieren und auszurollen. Mir standen in der Schweiz nicht viele Unternehmen zur Befragung zur Verfügung, die die Kommunikations-Silos aufgebrochen haben und wirklich (nur) eine Lösung einsetzten.  Dies sieht 2016 ganz anders aus: UC Lösungen sind im Mainstream angekommen. Dies nicht nur meine Einschätzung, basierend auf dem Schweizer Markt, sondern auch Gartner’s Sicht, anbei der Link  zu einem Interview mit Bern Elliot.

Um sieben Jahre Entwicklung und Innovation Revue passierend zu lassen, möchte ich  die damalige SWOT Analyse zur Hand nehmen, und aus meiner Sicht den Fortschritt beurteilen. Sie finden die detaillierte SWOT ab Seite 57 meiner Arbeit, die unten zum Download bereit steht.

Work Culture / Interruptions at Work

UC_SWOTMein damaliger Fokus lag auf der Arbeitskultur und der Regeln, die eine Firma etablieren muss, damit alle Mitarbeiter vom neuen System profitieren. Dies trifft noch heute zu. Auch heute ist es wichtig, klare Regeln zu definieren, denn nicht jeder Mitarbeiter ist mit Skype aufgewachsen, oder nutzt die Applikation zu Hause. Wie nutze ich die Präsenzinfomationen? Wann setze ich den Status auf Besetzt oder sogar Nicht Stören? Dies sind wichtige Themen im Training der Mitarbeiter und der Kommunikations Etiquette jeder Firma.

Erst vor zwei Wochen hatte ich dieses Thema im Gespräch mit einem CIO einer 2000 MA Industriefirma. Gemäss ihm ist speziell bei technisch weniger affinen Mitarbeiter spezielle Aufmerksamkeit und Training notwendig. Sonst würden die Komplikationen oft in Frust enden, was sich wiederum auf die Mitarbeiter Zufriedenheit auswirkt.

Productivity Gains / Efficient Communication

In vielen Firmen sind Instant Messaging, Click to Call und einfache Web oder Videokonferenzen heute nicht mehr wegzudenken. Unstrukturierte Arbeit ausserhalb von den Line of Business Applikationen profitieren am stärksten von den Vorteilen von UC. Ein Beispiel meiner Arbeit über einen Produktivitätsvorteil eines Private Banking Prozesses auf Seite 65 trifft noch heute zu. Präsenzinformationen über die Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg. Communication Enabled Business Processes (CEBP) hingegen sind auch heute noch, gemäss meiner Einschätzung, die Seltenheit. Haben Sie ein Beispiel? Ich freue mich über Feedback in den Kommentaren oder direkt.

Workplace Attraction

Arbeiten wann man will und wo man will – dies wohlgemerkt mit Zugriff auf alle Systeme und in Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern. Für mich bei Microsoft ist dies die Normalität seit vielen Jahren. Wir setzen seit 2007 voll umfänglich auf unsere eigene UC Lösung Skype for Business (früher Lync, Office Communicator). Mit Microsoft’s New World of Work Initiativ und dem Home Office Day waren wir bereits vor Jahren Vorreiter in  der Schweiz. Diese Initiativen sind in die aktuelle  Work Smart Initiative eingeflossen.

Home Office und Flexibles Arbeiten steigern die Attraktivität des Arbeitgebers und die Mitarbeiterzufriedenheit. Es gibt kaum eine Firma, die sich nicht mit dem Thema auseinandersetzt, die Implementierung ist jedoch für viele Firmen auch heute noch Neuland. Auch das Arbeitsgesetz in der Schweiz ist nicht einfach umsetzbar, speziell im Hinblick auf die neuen technischen Möglichkeiten, und aktuell ein heiss diskutiertes Thema (NZZ, Handelszeitung, Der Bund). Microsoft Schweiz bietet Workshops zu diesem Thema an. Falls Sie Interesse haben kontaktieren Sie mich direkt.

Higher Complexity / New User Interfaces

Eine Schwäche 2009 wie auch heute isUC_ComHierachyt die höhere Komplexität. Das System braucht Training, damit es schnell und effizient eingesetzt werden kann. Ist ein Desktop am Arbeitsplatz noch einfach zu handhaben (Netzwerkkabel, gleichbleibendes Audio Gerät), nimmt die Komplexität mit Laptops zu: verschiedene Audio/Video Geräte, Einsatz in Meeting Räumen mit wiederum verschiedenen Geräten und Herstellern erschweren die Fehlersuche, wenn der Ton nicht hörbar ist.

Mein Fazit

Wir sind einen grossen Schritt weiter. Dies nicht nur durch die Maturität der Produkte, sondern auch durch die weit verbreitete gute Konnektivität. Der weitere Fortschritt umfasst Cloud basierte Lösungen, die immer mehr Verbreitung finden, sowie die Einbindung der Technologie in Business Applikationen (CEBP). Dies ist in Zukunft ein weiterer Blog Eintrag wert.

Wie ist Ihre Erfahrung mit Unified Communications in Ihrer Firma? Ich freue mich über Ihre Kommentare.

Download meiner kompletten Diplomarbeit: Ronny Tobler Business Value of Unified Communications 2009 Public Edition

(c) alle Bilder: Ronny Tobler 2009

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